06. Juli 2011

 

"Das höchste Gut ist unser Leben, und das gehört in jeder Form hochqualitativ erhalten."

Interview Harald Peterka, Leiter Raum- und Ressourcenmanagement, Universität Wien aus unserer Kundenzeitschrift

Zur Person:

Harald Peterka, der 1968 geborene, dreifache Vater hat an der Donau-Universität Krems Facility-Management studiert und verantwortet seit Juni 2010 die Dienstleistungseinheit "Raum- und Ressourcenmanagement" der Universität Wien. Sein Aufgabengebiet umfasst unter anderem die Bereiche Gebäudemanagement, Ressourcenversorgung, Technik- und Sicherheitsfragen, Raumplanung und Entwicklung für alle 60 Standorte der Universität. Auch der Arbeitsschutz fällt in seine Dienstleistungseinheit, wobei er mit TeamPrevent Österreich zusammenarbeitet.

 

Interview für unsere Kundenzeitschrift

Herr Peterka, gemeinsam mit TeamPrevent Österreich haben Sie den jährlichen Gesundheitstag der Universität Wien im Februar 2011 geplant und durchgeführt. Was erwartete Ihre Mitarbeiter dort?

Eine Gesundheitsmesse auf 1.000 m2 Fläche. Egal, wo man sich hinbewegt, an den Ständen kann man immer etwas ausprobieren, man ist sehr aktiv. Der Tag soll ein Auslöser sein - die Mitarbeiter sollen unsere Servicethemen kennenlernen und annehmen. Wenn sie dort zum Beispiel eine Körperfettmessung machen, dann kann das ein Auslöser sein, eine Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen.

Wie gut wird der Tag bei den Mitarbeitern der Universität - immerhin 9.000 Menschen - angenommen?

Bei unserem ersten Gesundheitstag kamen nur 200 Mitarbeiter, inzwischen sind es 750. Das klingt wenig. Doch wir hätten auch ein Problem, wenn alle 9.000 kommen wollten (lacht). Ich vergleiche die Universität und unsere Dienstleistungseinheit da mit einem All-inclusive-Hotel. Wir bieten viel an, mit dem Wissen, dass unsere Kunden nur einen Bruchteil davon nutzen werden. Ob das hier ein gutes Hotel ist, wird daran gemessen, was alles angeboten wird. Da bin ich nicht traurig, dass wir einen Gesundheitstag anbieten, der hochprofessionell organisiert ist und nur 750 Besucher findet - es wäre schlecht, ihn nicht zumachen. Denn wir bieten hier im Raumund Ressourcenmanagement, wo der Arbeitsschutz eingegliedert ist, einen Service nach dem anderen: Untersuchungen, Sehtests, Einrichtungsberatung ... und wir überlegen uns täglich drei neue Dienstleistungen. Wie gut das alles angenommen wird, ist zweitrangig.

Sie sehen sich also als Service-Dienstleister für die Mitarbeiter?

Ja, ich bemühe mich, Einklang herzustellen zwischen der Technik und den Bedürfnissen von Menschen. Also Technik im weitesten Sinne, auch in Form von Gebäuden. Ich bin eigentlich Maschinenbauer und habe später Facility Management studiert, wo man sich sehr viel mit Psychologie, mit dem Menschen, beschäftigt. Ich bin ein sehr ganzheitlich und nachhaltig denkender Mensch. Und so sehe ich mich auch als Facility Manager einer Universität als Dienstleister, dessen Profil nicht mit den Serviceleistungen endet, sondern ich fühle mich für alles zuständig. Das heißt für mich, ich habe meine Leistung permanent an den Bedarf anzupassen.

Welchen Bedarf deckt Ihre Dienstleistungseinheit ab?

Raum- und Ressourcenmanagement in der Universität ist sehr spannend. In der Früh war jemand bei mir, der in einem Bereich forscht, in dem es um die Verortung, das Lokalisieren von Menschen in Gebäuden geht. Und zwei Stunden später hatte ich mit Biologen zu tun, die ganz besondere Anforderungen an ihre Räume haben. Dann geht es um Arbeitsschutz, dann um wieder andere Themen - es ist so vielschichtig, und es geht dennoch immer um das Thema "Raum" und welchen Service es dort braucht. Das ist einer der schönsten Jobs, die man haben kann.

Man hört oft das Stichwort "Gesunde Universität" - ist die Universität Wien gesund?

Die Wiener Universität ist gesund, weil sie eine funktionierende Organisation ist, und weil die Menschen, die hier wirken, das gerne tun. Doch in der Wahrnehmung und Entwicklung unserer Aufgabe, die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten, hinkt sie als öffentliche Einrichtung ein wenig hinterher. Wir kämpfen hier schon auch mit Akzeptanz. Das muss man schon sagen.

Wie genau haben Sie mit der Akzeptanz des Arbeitsschutzes zu kämpfen?

Unser Job ist es, einen Menschen gesünder oder weniger krankheitsanfällig zu machen, da helfen wir gerne. Aber diese Hilfe wird oftmals nicht gleich und nicht so gerne angenommen. Deshalb ist die Aufklärungsarbeit und der Service rund um den Kunden direkt am Arbeitsplatz so unheimlich wichtig, weil viele es aus der Vergangenheit einfach nicht kennen. Wir müssen wirklich zu den Mitarbeitern kommen und sagen: "Wenn du Probleme mit deinem Rücken hast, vielleicht können wir dir mit einem neuen Bürostuhl helfen." Diese Leute stecken so tief in ihren Projekten und Forschungsarbeiten, dass sie die Probleme selbst nicht sehen. Das sind die Probleme, mit denen wir kämpfen. Sehen Sie, wir haben Leute an dieser Universität, die in der Forschung an der Weltspitze mitarbeiten. Uns ist der Wert dieser Menschen bewusst. Deshalb machen wir mehr als eigentlich unser gesetzlicher Auftrag ist. Da sind wir dankbar, dass wir mit TeamPrevent einen Partner haben, der uns kompetent unterstützt und berät, sodass wir genau das bekommen, was dieser strategischen Ausrichtung entspricht.

 

Das ist sicher einer der Unterschiede zu einem klassischen Unternehmen, bei denen der wirtschaftliche Erfolg oft höher steht als die Wertschätzung der Mitarbeiter?

Das höchste Gut ist unser Leben, und das gehört in jeder Form hochqualitativ erhalten. Ich war auch in einer Bank tätig. Dort lag der Fokus auf der Steigerung der Produktivität, Dinge mussten messbar, Investitionen rentabel sein. Ein Beispiel: Die Reinigung in der Bank wurde auf das Mindeste reduziert. Dasselbe könnte ich in der Universität nicht tun. Wirtschaftlichkeit und Forschung ist etwas, was sich ganz schwer verbinden lässt. Der Faktor Mensch hat hier einen anderen Stellenwert. Die Themen "Wohlfühlen", "Behaglichkeit", und im weitesten Sinne "Gesundheit" wirken sich, wenn unser Service gut ist, positiv auf die Mitarbeiter aus, sodass diese besser forschen oder lehren. Jeder Mitarbeiter braucht von uns irgendetwas, und je besser das von uns geliefert wird, desto besser ist das Geschäft. Von Leuten, die Erfolge vorweisen, kommt auch schon mal ein Dankesschreiben, in dem steht: "Ohne Ihre Mitwirkung wäre es nicht gegangen."

Ihre Arbeit nimmt also Einfluss auf den Erfolg der Universität?

Ich sehe uns als wesentlichen, gestaltenden Teil, der aber nie direkt wirkt. Wir wirken immer nur indirekt. Warum nimmt beispielsweise ein neuer Mitarbeiter einen Job hier an? Gerade heute hatte ich jemanden hier, der überlegt, nach Wien zu wechseln, und er sagt, das Geld ist ihm egal. Aber wichtig ist ihm: Welcher Service wird geboten? Kann er sich hier entfalten? Das gestalten wir bei Raum und Ressourcen alles mit - von der Raumtemperatur über Luftfeuchte, Raumakustik, Licht, Anstrich … und wenn er sich da wohlfühlt, dann sagt er: "Jetzt bin ich da."

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Über die B·A·D Gruppe

Die B·A·D Gruppe betreut mit mehr als 4.000 Experten in Deutschland und Europa 270.000 Betriebe mit 4 Millionen Beschäftigten in den unterschiedlichsten Bereichen der Prävention. 2016 betrug der Umsatz 265,5 Millionen Euro. Damit gehört die B·A·D GmbH mit ihren europäischen TeamPrevent Tochtergesellschaften zu den größten europäischen Anbietern von Präventionsdienstleistungen (Arbeitsschutz, Gesundheit, Sicherheit, Personal). Die Leistungstiefe reicht von Einzelprojekten bis hin zu komplexen Outsourcing-Maßnahmen. Ergänzt wird das Portfolio der Gruppe durch vielfältige Angebote in den Bereichen Consulting, Weiterbildung und Zertifizierung.